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„Mehr als Risikovermeidung“

Martina Peuser, Spezialistin für Führungskultur und Unternehmensstruktur

Die Qualifizierung zum CCM hat eine Runderneuerung erhalten. Deshalb stellen wir an dieser Stelle in lockerer Folge die neuen Dozierenden vor, die ihr Know-how an die künftigen Certified Credit Manager weitergeben. Heute stellt sich Martina Peuser, Spezialistin für Führungskultur und Unternehmensstruktur, den Fragen der Redaktion. Das Interview ist in der jüngsten Ausgabe des Magazins Der CreditManager erschienen.

Seit wann sind Sie Dozentin in der CCM-Qualifizierung?

Ich begleite die CCM-Qualifizierung seit letztem Jahr und habe in dieser Zeit die Teilnehmenden auf ihrem Weg zu professionellem und zukunftsorientiertem Credit Management unterstützt.

Wie sind Sie zu der neuen Aufgabe gekommen?

Die Aufgabe ergab sich aus meiner langjährigen Arbeit als Professorin für Betriebswirtschaftslehre an der Leibniz Fachhochschule Hannover, mit den Schwerpunkten Organisation und Projektmanagement. Meine Forschung und Praxis verbinden fachliches Know-how mit moderner Führung und wirksamer Zusammenarbeit. Diese Kombination ermöglicht es mir, Teilnehmenden Impulse zu geben, die weit über die klassische Credit-Management-Perspektive hinausgehen. Prof. Dr. Aaron Mengelkamp, Vorstand (Aus- und Weiterbildung) beim Bundesverband Credit Management e.V., hat mich angesprochen.

Wie lassen sich Ihre bisherigen Erfahrungen mit der Qualifikation und den Teilnehmenden beschreiben?

Die Teilnehmenden sind hoch motiviert, sich weiterzuentwickeln. Besonders schätzen sie die Verbindung aus Fachwissen, sofort anwendbaren Methoden und der Reflexion ihrer Rolle im Spannungsfeld zwischen Vertrieb, Finanzen und Führung. Ich erlebe, dass sie nicht nur ihre fachliche Kompetenz ausbauen, sondern zugleich ihre Wirksamkeit im Unternehmen spürbar erhöhen.

Was ist für Sie das Reizvolle an der Aufgabe?

Mich reizt besonders, Teilnehmende dabei zu unterstützen, die Brücke zwischen Fachwissen und echter Umsetzungskompetenz zu schlagen. Wenn jemand erkennt, dass er nicht nur Prozesse optimieren, sondern auch Zusammenarbeit, Führung und Kultur im Unternehmen positiv beeinflussen kann, dann hat sich meine Arbeit gelohnt.

Sie sind Spezialistin für Organisationskultur und Projektmanagement. Was sind Ihre „normalen“ Aufgaben?

Neben meiner Professur begleite ich Unternehmen dabei, zukunftsfit zu werden. Das bedeutet: Führungskräfte entwickeln, Zusammenarbeit über Abteilungsgrenzen hinweg stärken und Strukturen schaffen, die Innovation und Wachstum ermöglichen. Mit meinem Programm „Certified Future Leader – PEUSER.PRO“ unterstütze ich Geschäftsführende und Führungskräfte im Mittelstand dabei, die entscheidenden Kompetenzen aufzubauen, um Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu sichern.

Was sind die größten Veränderungen in Ihrem Bereich in den vergangenen Jahren?

Wir erleben einen massiven Wandel. Der Wettbewerbsdruck aus China, die Erwartungen der jungen Generationen, der Fachkräftemangel insbesondere im verarbeitenden Gewerbe und die Dynamik der Märkte verlangen völlig neue Führungs- und Zusammenarbeitsmodelle. Klassische Hierarchien stoßen an ihre Grenzen und machen Unternehmen träge. Gefragt sind heute anpassungsfähige Strukturen und eine Führung, die Vertrauen schafft, Verantwortung ermöglicht und Menschen einbindet. So werden Unternehmen flexibel, effizient und innovativ: d.h. zukunftsfit!

Und was die größten Herausforderungen?

Viele Unternehmen wissen, dass Veränderung notwendig ist, bleiben im Alltag aber in alten Mustern verhaftet. Silodenken, Kontrollkultur oder die Überlastung von Führungskräften sind typische Stolpersteine. Genau hier setze ich mit meiner Arbeit an. Ich helfe, Strukturen und eine Kultur aufzubauen, die Zusammenarbeit fördern und Führungskräfte spürbar entlasten.

In der CCM-Qualifizierung sind Sie im Modul „Strategisches Credit Management zur partnerschaftlichen Vertriebskooperation“ aktiv. Welche Message vermitteln Sie den Teilnehmenden?

Meine zentrale Botschaft ist: Erfolgreiches Credit Management ist mehr als Risikovermeidung. Es ist ein strategischer Partner des Vertriebs. Wenn beide Bereiche zusammenarbeiten, entstehen Win-Win-Situationen. Risiken werden minimiert, Umsätze gesichert und Kundenbeziehungen langfristig gestärkt.

Wie können Unternehmen von der Kooperation zwischen Vertrieb und Credit Management profitieren?

Sie profitieren doppelt: Einerseits finanziell, weil Zahlungsausfälle reduziert werden. Andererseits kulturell, weil partnerschaftliche Zusammenarbeit Vertrauen schafft und Silos auflöst. Kunden erleben dadurch verlässliche Abläufe und Spitzenleistung, während Mitarbeitende in einem konstruktiven Umfeld arbeiten, das Motivation und Bindung stärkt.

Haben Sie noch einen grundsätzlichen Tipp, den Sie den neuen CCM mit auf den Weg geben können?

Mein Tipp lautet: Verstehen Sie sich nicht nur als Fachexperte, sondern als Mitgestalter der Unternehmenszukunft. Suchen Sie aktiv den Dialog mit anderen Bereichen und fragen Sie sich: Wie können wir gemeinsam den Erfolg des Unternehmens sichern? Wer so denkt und handelt, wird als Spezialist und insbesondere als strategischer Partner wahrgenommen, der echten Unterschied macht.

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