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Fokus auf Liquidität und Resilienz

Gruppe von Radfahrern auf einer Straße in einer Innenstadt

Wie funktioniert erfolgreiches Working Capital Management in der Fahrradbranche? Das erklärt Dr. Robert Peschke, CEO von Little John Bikes, auf dem Bundeskongress des BvCM am 22. und 23. Oktober in Bad Homburg. Im Interview mit dem Magazin Der CreditManager schildert er schon mal die Arbeit „in der längsten Wertschöpfungskette der Welt.“ Hier ein Auszug aus dem Interview.

Robert Peschke im Interview
Robert Peschke, CEO von Little John Bikes

DCM: Little John Bikes profiliert sich als „Dein Bikeleasing-Experte“. Können Sie das Geschäftsmodell kurz beschreiben?

RP: Unser Geschäftsmodell basiert auf der Idee, Fahrräder als nachhaltige Mobilitätslösung möglichst niederschwellig zugänglich zu machen und Leasing ist dafür ein idealer Hebel. Über unsere 60 Filialen in Deutschland und eine digitale Customer Journey begleiten wir Unternehmen und ihre Mitarbeitenden von der Auswahl über den richtigen Leasinganbieter bis zur Abwicklung des Service Rädern über den gesamten Lebenszyklus des Fahrrads.

Unsere Rolle als „Bikeleasing-Experte“ bedeutet: Wir bieten nicht nur Produkte, sondern Orientierung und Betreuung in einem recht komplexen Marktumfeld von Förderbedingungen bis hin zu Versicherungs- und Wartungsfragen und beraten Arbeitgeber kostenlos zu allen Fragen rund um Fahrradleasing. Für die Arbeitnehmer haben wir dazu natürlich die passenden Räder, Serviceangebote und viele Mehrwerte zur sorglosen Nutzung von Leasing Rädern aber natürlich auch von gekauften Rädern.

DCM: Ihr Beitrag zum Kongress trägt den Titel „Die atomisierte Fahrradbranche: Vom Boom in die Krise und wieder zurück?“ Was meinen Sie damit?

RP: Die Fahrradbranche ist extrem kleinteilig. Tausende Händler, Dutzende von Herstellern, viele spezialisierte Dienstleister. Dazu kamen in den letzten Jahren „Cowboys“ und viele dynamische Start up-Unternehmer*innen, die dachten, man kann in der Fahrradbranche in wenigen Jahren das große Geld verdienen. Pustekuchen, viele von denen sind in der Realität angekommen.

In der Boomphase nach der Pandemie führte diese Fragmentierung zu Kapazitätsengpässen, langen Lieferzeiten und enormen Lageraufbauten. Jetzt, in der Konsolidierungsphase, haben wir es mit Überbeständen, Preisverfall sowie Absatz- und Investitionszurückhaltung zu tun. Der Titel spielt auf diese Zyklen an und auf die Herausforderung, als Unternehmen in diesem Spannungsfeld strategisch zu steuern und liquide zu bleiben.

DCM: Was ist zurzeit die größte Herausforderung in Ihrer Branche?

RP: Der Abbau der Lagerüberhänge bei gleichzeitig rückläufiger Nachfrage. Die Kombination aus vollen Lagern, fallenden Preisen und vorsichtigem Konsum belastet die gesamte Branche. Zudem müssen wir unsere Rolle im Markt neu definieren: Weg vom reinen Produkthandel hin zum Dienstleister, Berater und Mobilitätsbegleiter. Wir haben das bei Little John Bikes im Moment sehr gut im Griff und nutzen die jetzige Phase zur Digitalisierung und für Wachstum. Erst vor acht Wochen haben wir einen insolventen Marktbegleiter im Ruhrgebiet übernommen.

DCM: Wie gehen Sie auf die Herausforderungen ein?

RP: Erstens durch striktes Bestandsmanagement: Unsere Einkaufsentscheidungen sind viel stärker datenbasiert und auf Flexibilität ausgelegt als im gesamten Marktumfeld. Zweitens durch Ausbau digitaler Services: Wir investieren in eine smarte, vernetzte Customer Journey vom Online-PreCheck über digitale Vertragsunterzeichnung bis zum Aftersales-Service. Drittens durch partnerschaftliche Konditionen mit Leasinggesellschaften und Herstellern, um Liquidität und Verfügbarkeit in der Kette zu sichern. Flexibilität und Dezentralität statt jahrelange Vorordern: Das ist unsere Sourcing-Strategie.

Dazu haben wir ein tolles, sehr datengetriebenes und kompetentes Team in unserem Headoffice in Dresden in allen Kernprozessen, was in der Branche sicherlich einzigartig ist. Unser Chef im Einkauf, Denis Rülke, hat 25 Jahre Erfahrung und ist erst Mitte 40, unser Digitalisierungs-Chef Sven Tissen ist Mitte 30 und kommt ehemals von Zalando und meine GF-Kollegin Melanie Naumann ist ebenfalls erst Mitte 30 und hat einen beeindruckenden Lebenslauf im Finance. Wir haben zusammen die Herausforderungen und die Wertschöpfungskette fest in der Hand.

DCM: Welche Rolle spielt dabei das Working Capital Management?

RP: Es ist zentral. In einer Branche mit langen Lieferketten, saisonalem Geschäft und teilweise vielen Monaten Kapitalbindung im Lagerbestand ist ein aktives Working Capital Management überlebenswichtig. Es entscheidet darüber, ob wir investieren können oder auf der Stelle treten. Wir schwimmen im Moment in Liquidität und können deshalb sehr gut ergebniswirksame Posten aufnehmen.

Das komplette Interview ist im Magazin Der CreditManager im Mitgliederbereich des BvCM zu lesen.

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