In loser Reihenfolge stellen wir im Magazin Der CreditManager die Dozierenden der Qualifizierung zum Certified Credit Manager vor. In der jüngsten Ausgabe hat ein Dozent der ersten Stunde die Fragen der Redaktion beantwortet: Peter Stumpe, Experte für Unternehmensdiagnose.
DCM: Seit wann sind Sie Dozent in der CCM-Qualifizierung?
PS: Ich bin seit Beginn der CCM-Qualifizierung als Dozent dabei, insbesondere im Themenfeld der Unternehmensdiagnose. Meine Schwerpunkte liegen auf der Analyse interner und externer Informationsquellen, der Ratingermittlung, Ansätzen zur Kreditlimitierung und der Gestaltung und Durchführung von Kundenfinanzgesprächen. Besonderen Fokus lege ich dabei auf die Potenziale des direkten Kundenkontakts durch den Vertrieb für das Credit Management. Die enge Kooperation und der Austausch zwischen Credit Management und Verkauf ist für mich ein wesentlicher Erfolgsfaktor.
DCM: Wie sind Sie zu der Aufgabe gekommen?
PS: Ich wurde von Prof. Dr. Bernd Weiß und Jan Schneider-Maessen CCM eingeladen, beim Aufbau und der Etablierung der Qualifizierungsprogramme CCM® und CCC® mitzuwirken. Eine für mich spannende Aufgabe, die ich bis heute mit großer Freude ausfülle.
DCM: Womit beschäftigen Sie sich im beruflichen Alltag?
PS: Ich arbeite seit mehr als zwanzig Jahren als selbständiger Credit Manager und betreue Unternehmen sowohl operativ als auch beratend im aktiven Credit Management, insbesondere im Chemiefaserbereich. Das Ziel besteht immer darin, Geschäfte gemeinsam mit allen Prozessbeteiligten, insbesondere dem Vertrieb, unter Chancen- und Risikoaspekten zu realisieren, Transparenz zu schaffen und Forderungsausfälle zu minimieren. Ein weiterer Fokus liegt auf der Optimierung des Working Capitals und der Generierung eines messbaren Wertbeitrages für die Unternehmen. Dabei spielt für mich vor allem der Reiz eines internationalen Umfelds eine wichtige Rolle. Darüber hinaus führe ich regelmäßig Inhouse-Trainings durch.
DCM: Wie sind Ihre Erfahrungen mit den Teilnehmenden der CCM-Qualifizierung?
PS: Ich habe durchweg wunderbare Erfahrungen gemacht. Ich bin dankbar, dass ich in mehr als zwanzig Jahren über 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus unterschiedlichen Branchen in der Qualifizierungsmaßnahme, die heutzutage digital stattfindet, begleiten durfte. Vor allem die Vielfalt ist beeindruckend. Die Teilnehmenden stammen aus Industrie, Dienstleistung und Systemhäusern, mit teilweise unterschiedlichem Erfahrungsstand. Der Austausch ist ausgesprochen bereichernd und macht das Format lebendig.
DCM: Was ist für Sie das Reizvolle an der Aufgabe?
PS: Ich verstehe mich als Moderator. Mir geht es darum, den Austausch zwischen den Teilnehmenden zu fördern und sie zum Nachdenken über die eigenen Prozesse im Unternehmen zu motivieren. Wenn die Teilnehmenden am Ende des CCM®-Programms ihre Projektarbeiten vorstellen und im Rahmen des Coface-Kongresses in Mainz ihre Zertifikate erhalten, ist das für mich immer ein besonderes Highlight.
DCM: Was sind die größten Veränderungen in der CCM-Qualifizierung?
PS: Die wohl größte Transformation war der Wandel von einer reinen Präsenzveranstaltung hin zu einem lebendigen, digitalen Format. An meinen Einsätzen am Samstag, während parallel die Bundesliga läuft, bemühe ich mich mit Praxisbespielen und Erfahrungsberichten, den Austausch und die Aufmerksamkeit der Teilnehmenden hochzuhalten.
DCM: Was sind in Ihrem beruflichen Bereich die größten Veränderungen in den vergangenen Jahren?
PS: Der Wettbewerb in vielen Branchen hat deutlich zugenommen, der Kostendruck steigt. Unternehmen kämpfen häufig mit Finanzierungsproblemen und wünschen sich längere Zahlungsziele. Zudem prägen Systemumstellungen wie SAP S/4HANA, Verlagerungen von Standorten und Funktionen sowie regelmäßiger Personalwechsel den Alltag. Immer wieder gilt es, neue Verantwortliche von den Potentialen eines aktiven Credit Managements zu begeistern.
DCM: Was sind aus Ihrer Sicht die größten Herausforderungen für Credit Manager?
PS: Im internationalen Geschäftsumfeld ist es eine große Herausforderung, einfache und gleichzeitig effektive Credit Management-Prozesse zu etablieren, insbesondere in Märkten mit erhöhten Risiken. Wichtig ist es dabei, alle Beteiligten mitzunehmen, unabhängig vom Standort oder kulturellem Hintergrund, und die richtige Balance zwischen Geschäftschance und Risiko zu finden. Außerdem schreitet die Digitalisierung voran. Manuelle Abläufe müssen zunehmend automatisiert werden, um Systeme optimal zu nutzen und Abläufe effizienter zu gestalten.
DCM: Welchen Tipp können Sie den neuen CCM mit auf den Weg geben?
PS: Nutzen Sie die Qualifikationsprogramme zum CCM® und CCC®, um Ihre Position im Unternehmen zu stärken. Sehen Sie sich als Berater im Unternehmen, agieren Sie selbstbewusst, proaktiv und mit klaren Kundenfokus. Gehen Sie digitale Transformationsprozesse offen und leidenschaftlich an, immer mit dem Blick auf Wertbeitrag und Effizienzverbesserung für Ihr Unternehmen. Vor allem aber: Haben Sie Freude an Ihrer Arbeit. Denn am Ende gilt: „We love Credit Management.“




