Rekordteilnahme in Frankfurt
Frankfurt/Kleve, Oktober 2011. Das Motto „neue Informationstransparenz im Credit Management“ bewies Zugkraft. Rund 650 Teilnehmer – 150 mehr als im Vorfeld erwartet – nutzten den diesjährigen Bundeskongress des Bundesverbandes Credit Management (BvCM) e.V., um zu erfahren, wie mit Hilfe interner und externer Informationsquellen wirtschaftliche Werte geschaffen und gesichert werden können.
Ganz nebenbei sorgten sie mit ihrer Teilnahme für eine neue Bestmarke: So viele Teilnehmer wie am 12. und 13. Oktober 2011 in der Frankfurter Commerzbank-Arena, konnte der BvCM zuvor noch nie auf einem Bundeskongress begrüßen.
Der BvCM-Vorstandsvorsitzende Jan Schneider-Maessen gab in seiner Eröffnungsansprache dann auch direkt zu verstehen, worum es an den zwei Kongress-Tagen gehen sollte. Nämlich darum, „noch enger zusammen zu rücken“. Und zwar in doppelter Hinsicht: Mit Blick auf die Teilnehmerzahl in den Veranstaltungsräumen der Arena, aber insbesondere auch darüber hinaus: „Angesichts der unruhigen wirtschaftlichen Aussichten werden sich für die deutschen Credit Manager abermals neue Herausforderungen ergeben“, prognostizierte Schneider-Maessen. Diesen gelte es gemeinsam und im ständigen Austausch miteinander zu begegnen. Er verwies in diesem Zusammenhang auf die dynamische Entwicklung des Verbandes, dem sich seit seiner Gründung 2002 bis heute rund 1.000 Mitglieder angeschlossen haben. Die durch sie repräsentierten Unternehmen stünden gemeinsam für einen Umsatz von 750 Milliarden Euro. Ziel des BvCM sei es laut Schneider-Maessen, die Mitgliederzahl bis 2020 auf 2.500 Mitstreiter zu steigern.
Zwei Mindeststandards für mehr Professionalität
Der BvCM nutzte den Bundeskongress zur Präsentation der überarbeiteten Mindestanforderungen an das Credit Management (MaCM), die von Unternehmen als Maßstab für die Gestaltung eines professionellen Credit Managements verwendet werden können. Die „neuen“ MaCM wurden durch Zusammenfassungen und Streichungen spürbar gestraft. Sie umfassen aktuell nur noch 113 statt 120 Anforderungen. Insgesamt wurde der Spielraum für unterschiedliche Interpretationen, und damit Missverständnisse, deutlich verkleinert. Zudem wurden auch Erkenntnisse aus der vergangenen Finanz- und Wirtschaftskrise berücksichtigt sowie einige inhaltliche Ergänzungen vorgenommen – beispielsweise im Hinblick auf den Datenschutz. Passend, dass während des Kongresses die cst business support GmbH als weiteres Unternehmen vom TÜV Rheinland seine MaCM-Zertifizierungsurkunde erhielt.
Mit den Mindestanforderungen an den Datenschutz im Credit Managment (MaDiC) stellte der BvCM eine weitere „Richtschnur“ vor, die künftig analog zu den MaCM einen wertvollen Beitrag zur Professionalisierung des Credit Managements deutscher Unternehmen leisten soll. Der TÜV Rheinland wird in Kürze ein entsprechendes Audit- und Zertifizierungsprogramm auf der Grundlage der MaDiC anbieten, so dass Unternehmen ihren verantwortungsvollen Umgang mit dem Thema Datenschutz intern und extern nachweisen können. „Auch die Signale der Aufsichtsbehörden sind sehr positiv“, konnte Stephanie Iraschko-Luscher, stellvertretend für den BvCM-Arbeitskreis Datenschutz, berichten.
IT-Lösungen im Blick
Desweiteren präsentierten die Autoren Prof. Dr. Bernd Weiß, Andreas Stach und Dennis Leick die komplett aktualisierte und überarbeitete Neuauflage ihrer empirischen Studie zu „IT-Lösungen für das Credit Management“. Eine gute Nachricht, angesichts des offenbar immensen Informationsbedürfnisses im Zusammenhang mit diesem Thema: Die 2010 erschienene Erstauflage der gemeinsamen Studie des Instituts für Unternehmensdiagnose (InDiag) der Hochschule Bochum und des BvCM war bereits nach drei Monaten vergriffen.
Weitere Informationen zum BvCM-Bundeskongress 2011 unter www.credit-manager.de. Zu der Veranstaltung ist auch ein Begleitbuch (inkl. DVD) erschienen, das alle Fachbeiträge der Veranstaltung bündelt. Es trägt den Titel „Neue Informationstransparenz im Credit Management - Wertsteigerung durch interne und externe Informationsquellen“ und ist beim Sekretariat des BvCM oder im Buchhandel (ISBN 978-3-943477-00-9) erhältlich.
Kurzprofil Bundesverband Credit Management e.V.:
Der Bundesverband Credit Management (BvCM) e.V. wurde 2002 als Verein für Credit Management (VfCM) e.V. gegründet. Die Umbenennung erfolgte im April 2011 und dokumentiert den Anspruch des BvCM, Dachorganisation aller deutschen Credit Manager zu sein. Sein Ziel ist die fortlaufende Professionalisierung des Credit Managements – sowohl national als auch auf europäischer Ebene. In diesem Zusammenhang sollen die Berufsbilder Credit Manager und Credit Controller in Deutschland weiter etabliert werden. Gemeinsam mit seinen Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft forciert er die Aus- und Weiterbildung entsprechender Experten und organisiert den Erfahrungsaustausch innerhalb der Branche. Zudem formuliert und vertritt er ihre Standpunkte. Zu den bundesweit rund 1.000 Mitgliedern des Verbandes zählen renommierte Unternehmen wie BayWa, Continental, Coca Cola, Henkel, Sony, TNT Express und Total Deutschland sowie die führenden Dienstleister im Kreditversicherungsgeschäft. Die Mitglieder repräsentieren einen Jahresumsatz von knapp 750 Milliarden Euro und über eine Million Arbeitsplätze.
Credit Management – was ist das eigentlich genau?
Credit Management bezeichnet den systematischen Umgang von Unternehmen mit ihren Forderungen gegenüber Kunden bzw. ihrer Rolle als Kreditgeber. Es umfasst dabei sämtliche Prozesse, die mit der Entstehung und Bearbeitung von Forderungen einhergehen. Es zielt auf die systematische Verbesserung des Cashflows sowie die Reduzierung von Zahlungsausfällen ab. Über die Verbesserung der Liquidität wird es zum Schlüsselfaktor für dauerhaft gesunde Unternehmensfinanzen und stärkt die Unabhängigkeit der Wirtschaft von externen Kapitalgebern.
Zu den Aufgaben eines Credit Managers zählen die Überprüfung der Kreditwürdigkeit von Kunden, die Erstellung und Entwicklung von Kreditlimits, Ratings, Zahlungskonditionen und die konstante Kontrolle der Einhaltung der für diese Bereiche definierten Richtlinien. Sowohl bei externen Kunden, aber auch der „internen Kundschaft", wie z.B. der Verkaufsabteilung. Darüber hinaus gehören die Beschaffung und Bewertung von Sicherheiten sowie die Beobachtung der Entwicklung von Zahlungsmodalitäten zum Aufgabenprofil. Das Credit Management besitzt in der Regel eine Schnittstellenfunktion zwischen Vertrieb, Controlling und Finanzabteilung.
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