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Mittwoch, 15 Februar 2017 00:00

Mehr Effizienz durch Automatisierung

Die Hanse Orga Group ist ein Spezialist für Finanzsoftware, mit der über 1.300 Unternehmen weltweit ihre Prozesse im Finanz- und Treasury-Bereich optimieren. In einem Interview mit dem Credit Manager erläutert Sven Lindemann, Vorstandsvorsitzender der Hanse Orga Group, vor welchen Herausforderungen Unternehmen heute stehen und welche Rolle die Prozessautomatisierung dabei spielt, diese zu meister

DCM: Die Hanse Orga Group ist ein bekannter Anbieter von Finanzsoftware. Was zeichnet Ihr Unternehmen aus?

SL: Die Hanse Orga Group ist seit über 30 Jahren erfolgreich am Markt. Wir kennen deshalb die Bedürfe von Finanzentscheidern sehr gut, und unsere Kunden sind wichtige Impulsgeber für die Entwicklung zielgerichteter Lösungen. Das erklärt sicher auch, warum wir jedes Jahr nachhaltig wachsen, in der Regel im zweistelligen Bereich. Ein Erfolgsfaktor ist sicherlich auch unsere duale Produktstrategie, gepaart mit einer spezialisierten SAP Treasury Beratung. So können wir Kunden dabei unterstützen, das Potenzial ihrer bestehenden SAP-Systeme voll auszuschöpfen und mit entweder SA P-integrierten oder webbasierten Lösungen einen zusätzlichen Mehrwert zum bestehenden ERP-System zu schaffen.

 DCM: Wo sehen Sie die größten Herausforderungen für Unternehmen?

SL: Wir sehen einen starken Trend zur Automatisierung von Abläufen. Robotic Process Automation ist beispielsweise ein Begriff, der vor einem Jahr noch unbekannt war. Heute kommen Sie daran nicht mehr vorbei, denn wie wir arbeiten, ist zunehmend der Digitalisierung unterworfen. Deshalb ist es so wichtig für Unternehmen, hier am Ball zu bleiben und mit technologischer Innovation die Nase vorne zu behalten. Mit unseren Lösungen tragen wir dazu bei, dass Unternehmen ihre Prozesse automatisieren und optimieren, neu ist eigentlich nur der Begriff Robotics dafür. Beispielsweise erreichen unsere Kunden bei der Verarbeitung von Zahlungseingängen durchschnittliche Automatisierungsquoten von 84 %. Damit gehören sie gemäß einer aktuellen Studie von The Hackett Group zur Weltklasse. Um unsere Kunden mit den bestmöglichen Tools auszustatten, entwickeln wir unsere Lösungen aber selbstverständlich kontinuierlich weiter.

DCM: Welche Lösungen gehören zu Ihrem Portfolio?

SL: Ein klassisches Beispiel ist unsere Lösung FS² WorkingCapital, die für Credit Manager besonders interessant ist, denn sie ermöglicht eine umfassende Analyse von wichtigen Kennzahlen, die deutlich über die heute üblichen DSO (Days Sales Outstanding) und DPO (Days Payables Outstanding) hinausgehen. Statt reiner Stichtagsbetrachtungen auf Basis von Bilanzen oder GuV, ermöglicht unsere Lösung eine automatische Auswertung von Transaktions- und Belegdaten. Damit erreichen Unternehmen einen Überblick nahezu in Echtzeit darüber, ob beispielsweise Kunden die Zahlungsfrist einhalten, inwieweit Skonti genutzt werden und welche Auswirkungen dies auf die GuV hat. Das ist zudem wichtig für Credit Manager, um Forderungsausfallrisiken zuverlässiger einschätzen und ihnen entgegenwirken zu können. 

DCM: Sie hatten gerade das jährliche Anwendertreffen in Hamburg. Gibt es hier Neuigkeiten, die unsere Leser auch interessieren könnten? 

SL: Unser jährliches Globales Anwendertreffen ist ein wichtiger Treffpunkt für Kunden, bei dem sie sich über die neuesten Produktentwicklungen aber auch allgemeine Trends informieren, die künftig wichtig für den Finanzund Treasury-Bereich werden. Insgesamt waren diesmal 450 Teilnehmer dabei. Für Credit Manager von besonderem Interesse sind dabei sicherlich Neuerungen im Bereich Working Capital Management, denn wir werden unsere Lösung FS² WorkingCapital um den Punkt Szenarien und Predictives weiter ausbauen. Auch angrenzende Prozesse, beispielsweise für die Bereiche Auftragseingang, Lieferung, Fakturierung, Bestellwesen oder Rechnungseingangsverarbeitung, werden künftig genau abgebildet und gemessen.

DCM: Wie sieht Ihre Strategie für die nächsten Jahre aus?

SL: Wir wollen unser Lösungsportfolio stark erweitern. Unser Ziel ist es, zum führenden Lösungsanbieter entlang der gesamten Financial Value Chain zu werden. Damit werden wir künftig eine einzigartige Bandbreite an Lösungen anbieten können. Bisher haben wir unser Wachstum als Familienunternehmen alleine gestemmt. Für die Ausweitung auf die gesamte Financial Value Chain haben wir uns vor kurzem mit dem Investor Waterland einen starken Partner gesucht. Gemeinsam werden wir das Wachstum weiter vorantreiben. Unser Fokus für die nächsten Jahre liegt deshalb ganz stark auf der Ausweitung unseres Produktportfolios, um Kunden für jeden Bereich entlang der finanziellen Wertschöpfungskette eine optimale Lösung bieten zu können – sowohl in unserem SA P-integrierten Lösungsbereich, als auch im Hinblick auf unsere webbasierte Produktstrategie. Diese Ausweitung planen wir sowohl organisch als auch in Form eines Buy-and-Build Programmes. Bei unserem Anwendertreffen Ende Oktober konnten wir auch gleich ein erstes Ergebnis unserer gemeinsamen nvestmentstrategie präsentieren: Die SOPLEX Consult, ein Lösungsanbieter für ein modernes Kredit-und Forderungsmanagement sowie Lieferantenrating mit SAP, gehört seitdem zur Hanse Orga Group und ergänzt unser Portfolio perfekt. Wir freuen uns, dass die Partnerschaft mit Waterland innerhalb kürzester Zeit Früchte trägt und wir mit SOPLEX Consult einen Anbieter erwerben konnten, der unser Produktportfolio optimal ergänzt.

DCM: Wie sieht die Zusammenarbeit mit dem Investor Waterland aus?

SL: Waterland hält sich aus dem operativen Geschäft heraus. Gemeinsam finanzieren wir künftig weitere Unternehmenskäufe. Wir wollen dabei aber nicht Kundenstämme erwerben, sondern zielen bewusst darauf, in komplementäre Wachstumsfelder zu investieren, um künftig die gesamte Financial Value Chain abdecken zu können.

DCM: Sie haben dieses Jahr an unserem WCM Symposium in Düsseldorf teilgenommen. Was nehmen Sie aus der Veranstaltung mit? 

SL: Das WCM Symposium war aus unserer Sicht eine sehr erfolgreiche Veranstaltung. Es ist immer zielführend, wenn Fachexperten zusammenkommen und sich zu einem Thema austauschen. Wir haben interessante Kontakte knüpfen können. So haben wir inzwischen einen großen Elektronikkonzern als Kunden für unsere Working Capital Lösung gewonnen. Der Konzern ist dabei, diese Business Intelligence Software zu implementieren, mit der sich eine deutlich umfassendere und aktuellere Basis von Kennzahlen ermitteln lässt, als dies mit den bisherigen Auswertungen von Stichtagsbetrachtungen von DSO und DPO möglich ist. Insbesondere für die Optimierung von Prozessabläufen im Debitorenund Kreditorenmanagement ist das entscheidend, denn nur dann können Unternehmen dauerhaft gebundenes Kapital freisetzen und ein optimales Level von Working Capital erreichen.

DCM: Wie sieht die weitere Planung für Ihre Working Capital Lösung für die nächsten Monate aus?

SL: Im Rahmen des Projektes werden wir auch einige neue Features in unsere FS² WorkingCapital Lösung implementieren. Zu den Neuentwicklungen gehört u. a. die Erweiterung um angrenzende Prozesse, um beispielsweise Laufzeiten und deren Auswirkungen auf Bilanz und GuV zu analysieren und zu optimieren. Mit den neuen Funktionalitäten, wie oben schon beschrieben, unterstützen wir Kunden noch besser darin, verschiedene Optionen von Laufzeiten, Skonti und andere Zahlungsbedingungen und deren Auswirkungen durchzuspielen und festzulegen. Insgesamt wird es für Kunden auch künftig spannende Weiterentwicklungen geben, die für Credit Manager und Working Capital Verantwortliche eine wichtige Unterstützung darstellen werden.

Quelle: 08. Februar 2017, BvCM e.V. "Der CreditManager" Ausgabe 04/2016

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